Donnerstag, 7. Oktober 2010

Buchmesse 2010

Wenn man die Frankfurter Messe quasi direkt vor der Haustür hat und als Lieferant auch noch einen Durchfahrtschein aufs Gelände, dann ist ein Besuch auf der weltgrößten Bücherschau eine Selbstverständlichkeit. Sehr gut erinnere ich mich an meine früheren Besuche auf der Buchmesse, als ich staunend durch die Hallen lief und mir heimlich wünschte, eines Tages dazuzugehören, auch einmal mein Buch an einem der Stände ausliegen zu sehen. Das war noch vor sechs Jahren Zukunftsmusik und heute ist es tatsächlich der Fall. Gleichzeitig bedeutet der Blick hinter die Kulissen der Buchmesse eine Entzauberung. Natürlich geht es um Bücher, aber die Bücher, die an den Ständen der Verlage präsentiert werden, sind nicht viel mehr als schmückendes Beiwerk, denn in erster Linie ist die Messe eben Business. Im schmucklosen Agents-Center in Halle 6.1, in dem es kein einziges Buch zu sehen gibt, verhandeln Literaturagenten im Halbstundentakt mit Lektoren, an den Ständen der Verlage sieht der stressige Rhythmus nicht viel anders aus. Aber es ist aufregend, plötzlich ein Rädchen in dieser faszinierenden Maschinerie zu sein! Abends gegen 7 strömen die Massen aus der Messe in Richtung Stadt, verteilen sich auf ihre Hotels um sich später zu irgendwelchen Partys und Events zu treffen. Auch das durfte ich an der Seite meiner Agentin gestern Abend erleben. Hochinteressant und gleichzeitig ernüchternd. Ich bin froh, dass ich die Buchmesse als gern gesehener Gast erleben darf und wieder nach Hause an meinen Schreibtisch zurückkehren kann, an dem dann das neue Buch entsteht, das dann hoffentlich bei der nächsten Buchmesse wieder einen Platz im Regal meines Verlages findet. Gleich geht es wieder los zu Tag 2, und der wird heute lang, denn abends geht es noch zu einer Lesung. Nach Homberg / Ohm.