Sonntag, 5. Dezember 2010
Die Früchte des Fleißes
Sehr lange habe ich nicht mehr gebloggt. Mir fehlte einfach die Zeit und eigentlich fehlt sie auch heute, denn ich schreibe in jeder freien Sekunde an meinem Manuskript. Schon ein komisches Gefühl, dass "Wer Wind sät" bereits überall angekündigt wird und bei Amazon sogar schon einen vierstelligen Verkaufsrang hat, obwohl noch rund 150 Seiten bis zum Ende fehlen. Selten habe ich so mit einem Manuskript gekämpft und gehadert, selten so viel mit meiner geduldigen, verständnisvollen, einzigartigen Lektorin diskutiert und umgeschrieben, gefeilt und überlegt. Aber mir ist rückblickend klar, weshalb das so war und ist. Das Jahr 2010 war für mich das ungewöhnlichste Jahr meines Lebens, alles ist anders geworden, obwohl sich für mich persönlich nicht viel geändert hat. Mit dieser Kluft muss man erst mal fertig werden. Und zu meinem "normalen" Leben ist eben ein komplett neues dazugekommen, das auch integriert und verarbeitet werden will. Ja, ich war fleißig in diesem Jahr. Dafür habe ich sehr viel vernachlässigt und eigentlich in der Hauptsache in meinem stillen Kämmerlein am Computer gesessen. So verflogen die 12 Monate 2010 wie im Fluge, doch im nächsten Jahr kann ich dann viele Früchte meiner Anstrengungen ernten. Ich muss mir das gelegentlich bewusst machen: 2011 erscheinen drei Bücher von mir, vier Hörbücher, zwei Lizenzausgaben bei Bertelsmann und Weltbild und mindestens eine ausländische Lizenzausgabe von Schneewittchen! Das ist unfassbar und wenn mir das einer vor einem halben Jahr noch gesagt hätte, dann hätte ich ihn ausgelacht. Jetzt ist es aber Tatsache: ich war mit 4 Titeln auf der Spiegelbestsellerliste, Schneewittchen steht seit 180 Tagen unter den Top5 bei Amazon. Egal, was in der Zukunft kommen mag, das war der Fall. Aber die wohl schönste und wichtigste Erkenntnis, die ich aus diesem ganzen wahnsinnigen Trubel mitnehmen konnte ist die, dass ich am Schreibtisch genauso schreibe wie immer. Ich kann noch immer in meiner Geschichte versinken, ohne an die mittlerweile siebenstellige Zahl an Lesern zu denken, die meine Bücher mögen und lesen. Der Spaß am Schreiben ist unverändert. Aus 2010 nehme ich auch die Erinnerung mit in die Zukunft, mit Ullstein einen wirklich großartigen Verlag hinter mir zu wissen mit wundervollen, engagierten Mitarbeitern. Auch die Erinnerung an meine tolle Familie, die immer hinter mir steht, an Freunde, die sich mit mir und für mich freuen und Verständnis haben. Und daran, dass Disziplin alleroberstes Gebot ist, wenn man wirklich etwas erreichen will. Fürs nächste Jahr nehme ich mir vor, mehr zu genießen. Reisen. Auszeiten finden. Gelegentlich undiszipliniert sein. Freundschaften pflegen. Mal wieder reiten. Meinen Kopf endlich wieder klar kriegen. Keine drei Bücher mehr in einem Jahr zu schreiben, sondern nur eins und das in aller Ruhe. Und vielleicht mit dem Rauchen aufhören. Aber das nur vielleicht ... :-)